Superbike Jerez: Alvaro Bautista unbesiegbar, doppelter Weltcup-Feier

Letztes Jahr taufte Alvaro Bautista die erste Superbike-Weltmeisterschaft in Mandalika, Indonesien. Die Freude am Feiern zu Hause hat ihm gefehlt, nun hat er auch diese Genugtuung verloren. Ein Epilog wie ein Champion: Zuerst eroberte er die Superpole, dann dominierte er das letzte Rennen von der ersten bis zur letzten Kurve. Das war keine Selbstverständlichkeit, denn der sonst unbezwingbare Toprak Razgatlioglu machte mehrere Runden lang den Eindruck, als wolle er einen Streich spielen. Doch in Alvaritos fähigen Händen wird die Ducati zum Raumschiff: sehr schnell auf der Geraden, aber vor allem beeindruckend bei jeder Gaspedalstellung. Pferdestärken, Traktion, Reifenmanagement: Bautista hat es geschafft, die Alchemie eines Fahrer-Zauberers zu finden.

Jetzt kehrt er einmalig in die MotoGP zurück

Zu Zeiten der MotoGP sagte man, er sei schnell, manchmal nicht ganz unter den Top 4-5. In zwei Wochen wird er in Sepang, Malaysia, als offizieller Ducati-Fahrer in den Kampf der Spitzenklasse einsteigen. Es wird eine Gelegenheit sein, einige Rechnungen zu begleichen und einige böswillige Reden zum Schweigen zu bringen. 2024 wird er dann im Alter von 40 Jahren wieder in der Superbike-Klasse antreten, um die Nummer 1 zu verteidigen. Mittlerweile gelingt der italienischen Marke ein weiterer Doppelsieg, indem sie der bereits lange auf Eis gelegten Konstrukteurswertung die Fahrer-Weltmeisterschaft hinzufügt. Hinzu kommt die Dominanz im Supersport mit Nicolò Bulega, der ab Dienstag neuer Boxpartner des zweifachen Weltmeisters sein wird. Bautistas Statistiken werden immer brillanter: 25. Sieg (und Platz 29 auf dem Podium) in 34 Rennen. In vier Superbike-Jahren gewann er 57, wenn er nicht zwei Jahre (für Geld…) damit verbracht hätte, sich bei Honda durchzuschlagen, wer weiß, was die Geschichte gewesen wäre…

Locatelli auf dem Podium

Die „Fiesta“ des Doppelmeisters überschattete offensichtlich alle anderen Themen eines Rennens, das hinter den beiden Spitzenreitern heiß umkämpft war. Andrea Locatelli erreichte die dritte Stufe des Podiums und bestätigte damit die Fortschritte der Yamaha R1: Jonathan Rea, der sie ab Dienstag testen wird, ist auf dem Laufenden. Der talentierte Mann aus Bergamo regulierte seinen nächsten Teamkollegen, der seit Freitag mit dem Grip zu kämpfen hatte. Rea war gezwungen, mit dem SC0 zu beginnen, einer schwierigeren Lösung als der SCX der anderen großen Namen. Kawasaki stellt sich weiterhin nicht auf die neue Generation der Pirelli-Reifen ein. Danilo Petrucci hätte es beinahe auch ausgenutzt, indem er sich von hinten durchsetzte. Das Duell mit Axel Bassani war sehr hart und verdiente auch den Ehrentitel als bester Einzelspieler: Nach einer leichten Berührung landete der Venezianer am Boden. Die beiden Sonntagsspiele zwischen diesen beiden werden sehr heiß sein.

Ehrentafel der World Superbike Riders

80er-90er

1988-89 Fred Merkel (USA-Honda RC30); 1990 Raymond Roche (Fra-Ducati 851); 1991-92 Doug Poland (USA-Ducati 888); 1993 Scott Russell (USA-Kawasaki ZXR 750); 1994-95 Carl Fogarty (GB-Ducati 916); 1996 Troy Corser (Aus-Ducati 916); 1997 John Kocinski (USA-Honda RC45); 1998–99 Carl Fogarty (GB-Ducati 996);

Jahre 2000-2010

2000 Colin Edwards (USA-Honda VTR-SP); 2001 Troy Bayliss (Aus-Ducati 996R); 2002 Colin Edwards (USA-Honda VTR-SP); 2003 Neil Hodgson (GB-Ducati 999F03); 2004 James Toseland (GB-Ducati 999F04); 2005 Troy Corser (Aus-Suzuki GSX-R); 2006 Troy Bayliss (Aus-Ducati 999F06); 2007 James Toseland (GB-Honda CBR-RR); 2008 Troy Bayliss (Aus-Ducati 1098F08); 2009 Ben Spies (USA-Yamaha YZF-R1); 2010 Max Biaggi (Ita-Aprilia RSV4);

Jahre 2011-2020

2011 Charles Czech (Spa-Ducati 1098R); 2012 Max Biaggi (Jetzt-April RSV4); 2013 Tom Sykes (GB-Kawasaki ZX-10R) 2014 Sylvain Guintoli (Fr-April RSV4); 2015–2020 Jonathan Rea (GB-Kawasaki ZX-10R);

Jahre 2021-23

2021 Toprak Razgatlioglu (Tur-Yamaha YZF-1); 2022-23 Alvaro Bautista (Spa-Ducati Panigale V4R)

Foto: Marco Lanfranchi