Superbike Catalunya: Bulega-Reifen bricht zusammen, Toprak zerreißt Rennen 1

Im zweiten Akt des neuen Superbike-Abenteuers gewinnt Toprak Razgatlioglu seine BMW-Wette. Rennen 1 widerlegte Prognosen und technische Analysen in einem gewagten Finale: Viele erwarteten, dass der Vierzylinder seine Reifen verbrennen würde, doch stattdessen war es die Ducati, die in die Krise geriet. Nicolò Bulega war perfekt, aber der katastrophale Verlust der Bodenhaftung ließ den Schrei in seiner Kehle ersticken. Was für ein Hohn für Ducati, das allerdings Alvaro Bautista wieder findet. Von sehr weit weg startend (Platz vierzehn) gelang es dem amtierenden Meister, sich bis auf den dritten Platz vorzuarbeiten. Toprak genießt seinen 40. Superbike-Triumph, vielleicht den bedeutendsten: Der Wechsel zu BMW war kein Sprung ins Ungewisse, sondern ein großer Schritt. Nicht nur beim fürstlichen Gehalt, sondern auch beim Ergebnis.

Gara al ralenty

Montmelò ist eine reifenfressende Strecke und die Messung des Grips für die geplanten zwanzig Runden ist eine Alchemie. Bulega entschied sich für das C0900-Heck, also den fortschrittlichen SCX. Toprak konzentrierte sich stattdessen auf die gleiche Lösung, jedoch in einer Standardversion. Ersteres hätte eine größere Stabilität garantieren sollen, aber stattdessen zahlte sich die größere Kenntnis des Materials mehr aus. Aus strategischer Sicht führte Nicolò wie ein absoluter Champion. In den ersten fünf Runden vermied er es, sich ins Getümmel zu stürzen, da er von hinten aus beobachtete, wie ein Sam Lowes ausrutschte, der zu schnell startete. Dann machte er in den nächsten zehn Runden unaufhaltsam Boden gut und erreichte einen Vorsprung von +5 Zoll auf Toprak. Die letzten fünf waren jedoch eine Tortur: Der Reifen gab nicht nach, aber es gab einen Rückgang von 3-4 Sekunden im Vergleich zur Reisegeschwindigkeit. Toprak kam unaufhaltsam näher und beim letzten Überholen war es, als würde man ein Messer in Butter versenken.

Bautista das Comeback

Alvaro hatte hier in den letzten Saisons jeden gemobbt und mit 8–9 Sekunden Vorsprung gewonnen. Wenn man nun die fünf Kilo persönlichen Ballast und den Aufstieg seiner Gegner hinzurechnet, wird alles viel schwieriger. Nachdem er sich als 11. qualifiziert hatte, wurde Bautista durch eine Strafe um weitere drei Plätze zurückgestuft. Von da an machte er sich mit Scharfsinn auf den Weg und vermied es, einen Reifenschaden zu verursachen, was in der Hitze des Comebacks am einfachsten gewesen wäre. Im Finale biss er nur einen einzigen Bissen von Andrea Iannone ab, der sich ebenso wie Bulega in einer klaren Krise befand: normal, wenn man bedenkt, dass beide das C0900 hatten.

Toprak ist ein Ass im Ärmel von BMW

Superbike wird so gemanagt, dass letztendlich alle Hersteller ihren Platz haben, damit denjenigen, die sich in einer technischen Krise befinden, geholfen wird, wieder auf die Strecke zu kommen. BMW hat jetzt einen Top-Fahrer, genießt aber auch supertechnische Zugeständnisse, die es der M 1000 RR ermöglicht haben, sich von der Straßenversion zu entfernen und sich einem Prototypen anzunähern. Fahrwerk, Motor, zusätzliche Tests: kurz gesagt, ein anderer Planet. Stattdessen wurde Bautista, der 2022/23 unschlagbar war, eine persönliche Belastung von fünf Kilo auferlegt, eine Ungeheuerlichkeit in modernen Wettbewerben. Allerdings muss man sagen, dass bisher nur Toprak von der Hilfe profitiert hat, während die anderen drei BMW-Funktionäre nirgends zu sehen sind. Ganz zu schweigen von Honda HRC, der die gleichen Vorteile genießt und auch hier, auf der Heimstrecke von Vierge und Lecuona, über 20 Sekunden brauchte.