In der MotoGP ist das Thema Reifen seit jeher heiß umstritten und hat mit der Einführung des Druckkontrollsystems noch mehr zugenommen. Die Fahrer äußerten immer wieder ihre Enttäuschung und bemängelten, dass die Grenzwerte insbesondere für den Vorderreifen zu hoch seien. Kürzlich gab Carlos Ezpeleta zu, dass er einen Dialog mit Michelin führen möchte, um herauszufinden, ob die Möglichkeit einer Senkung des festgelegten Grenzwerts besteht. Eine Änderung ist nicht ausgeschlossen.
MotoGP, Beirer verteidigt Michelin
Pit Beirer, interviewt von Speedweekreagierte klar auf das Thema und verteidigte das französische Unternehmen: „Das Druckproblem hat nichts mit den Spezifikationen von Michelin zu tun, die in der MotoGP hervorragende Reifen liefern. Man muss an die Belastung denken, die ein Vorderreifen bei 350 km/h erfährt. Wenn der Hersteller sagt, dass der Sicherheitsgrenzwert bei 1,88 bar liegt und nicht bei einem niedrigeren Wert, müssen wir das akzeptieren. Das Problem muss woanders gesucht werden“.
Der Motorsportdirektor von KTM weist auf die Aerodynamik hin, die so ausgereizt ist, dass sie sich negativ auf die Reifen auswirkt: „Wir haben kleine, aerodynamische Rennwagen gebaut. Beim Fahren hinter einem anderen Motorrad ist das Zeitfenster, in dem die Luft den Reifen nicht kühlen kann, sehr groß. Dieses Problem entsteht durch die Bodenfreiheitsvorrichtungen, die die Fahrräder so niedrig halten“.
Wird der Grenzwert für den Frontdruck gesenkt?
Die berühmten Tieferlegungen, die Ducati eingeführt und dann von der Konkurrenz kopiert hat, sind laut Beirer die Hauptursache: „Diese Geräte – erklärt – Zusammen mit den Aerodynamikpaketen verschärfen sie das Reifendruckproblem. Wenn wir das Limit ändern, werden alle schneller fahren und die Reifen werden noch heißer. Jetzt diskutieren wir, ob wir den aktuellen Grenzwert von 1,88 bar um ein Zehntel senken sollen, aber meiner Meinung nach wird das Problem nicht gelöst sein“.
Es besteht die Möglichkeit, vorne auf 1,78 bar umzustellen, doch der deutsche Manager geht davon aus, dass das Problem dadurch nicht gelöst werden würde. Für die Zukunft hofft er, die Aerodynamik der MotoGP-Prototypen deutlich zu überprüfen. Es ist ein Thema, bei dem KTM und andere Hersteller mit Ducati aneinander geraten, das stattdessen zusammen mit Aprilia ein Bezugspunkt in diesem Bereich ist.
Foto: MotoGP