Nicolò Bulega hatte das Spiel in der Vorrunde beendet und schon lange im Voraus den Gewinn der Supersport-Weltmeisterschaft gefeiert. Er hätte überhaupt nicht so stürzen müssen, stattdessen senkte er von der ersten Runde an seinen Kopf unter die Verkleidung und jagte nach Leistung, Rekorden und Ruhm. Jetzt ist es für ihn selbstverständlich, zu dominieren, und für seine aktuellen Gegner war es wieder mitten in der Nacht. Im ersten Rennen in Jerez startete der Ducati-Fahrer blitzschnell von der Pole-Position und lief innerhalb weniger Kurven davon und wurde für den Rest der Gruppe immer unsichtbarer. Die Zahlen sprechen für sich: 15 Siege und 20 Podestplätze in bisher 23 Rennen. Am Sonntag kann er in der Superbike-Box zusammen mit Seiner Majestät Alvaro Bautista das i-Tüpfelchen aufsetzen und dann über die nächste Herausforderung nachdenken.
Wie viele Unfälle!
Diese Herausforderung hielt keine Überraschungen bereit, war aber von mehreren Unfällen geprägt. Der erste in Kurve 1 betraf Emanuele Pusceddu, der endlose Sekunden regungslos verharrte und vom medizinischen Personal gerettet wurde: Er erlitt eine schwere Kopfverletzung und wurde zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus in Jerez gebracht. Ein paar Kurven später stürzte Yari Montella, die das Podium anstrebte, zu Boden. Unter den Neulingen flog auch Gabriele Giannini, der mit BMW die National Trophy dominierte, zu Boden, hier mit der Kawasaki ZX-6R, einer ganz anderen Maschine, ins Getümmel geworfen. Auch für MV Agusta lief es schlecht: Marcel Schrötter, der auf der Jagd nach dem Podium war, rutschte fast zeitgleich in Kurve 6 aus, und Bahattin Sofuoglu kam zurück, nachdem er aus der Boxengasse gestartet war.
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