In der Superbike-Weltmeisterschaft gibt es keine Auszeichnung als „Rookie des Jahres“ wie in der Motorrad-Weltmeisterschaft, aber es gab viele Debütanten und hervorragende. Bester Rookie war Danilo Petrucci, Vertreter des Team Barni. Zu Beginn hatte er auch aus rein körperlichen Gründen Schwierigkeiten, sich an die neue Kategorie anzupassen: Er ist viel größer und leistungsstärker als die anderen Ducati-Fahrer und musste die richtige Sitzposition finden. Nachdem er die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden hatte, war er der Autor einer Vegetationsperiode. In Misano kämpfte er um das Podium, belegte dann in Donington Park einen hervorragenden dritten Platz, gefolgt von zwei Podestplätzen in Most. Danilo Petrucci beendete die Weltmeisterschaft auf dem siebten Platz, nicht weit von den Top 5 entfernt. Auch in der Rangliste der Independent Riders belegte er hinter Axel Bassani den zweiten Platz. Petruccis erstes Jahr war sicherlich positiv.
Zweitbester Rookie war Dominique Aegerter vom GRT-Team Yamaha. Der Schweizer kam in die Superbike-Weltmeisterschaft, nachdem er 2021 und 2022 die Supersport-Weltmeisterschaft dominiert hatte. Bei seinem Debüt in Australien schaffte er es fast auf die Pole-Position, wurde dann aber von einer Reihe körperlicher Probleme, insbesondere mit seinem Unterarm, zurückgehalten. Ende Mai unterzog er sich zudem einer Operation und in den folgenden Monaten verschiedenen Therapien. Am Ende der Saison, in der letzten Runde, war der echte Aegerter zu sehen: zuerst das Podium im Superpole Race, dann das im zweiten Rennen. Er beendete die Weltmeisterschaft auf dem achten Platz.
Knapp hinter ihm in der Gesamtwertung liegt sein Teamkollege Remy Gardner mit mehreren Top-6-Platzierungen in den letzten fünf Runden. In den ersten Rennen der Saison hatte er Probleme, aber ab Most gelang es ihm, ein Protagonist zu sein, und im zweiten Rennen in Jerez erzielte er sein bestes Ergebnis: den vierten Platz.
Eine etwas komplizierte Saison für die beiden anderen Rookie-Fahrer auf Yamaha. Lorenzo Baldassarri kam als Vizemeister der Supersport-Welt. Das GMT94-Team befand sich in seinem ersten Superbike-Jahr und war vielleicht noch etwas unreif. Die Unerfahrenheit des Teams gepaart mit der des Fahrers führte zu einer Hell-Dunkel-Saison: Lorenzo Baldassarri beendete die Weltmeisterschaft auf dem achtzehnten Platz mit zwanzig Punkten. Einer mehr als Bradley Ray in seinem ersten vollen Jahr in der World Superbike. Der junge Engländer nahm nur an den europäischen Wettbewerben teil und musste zudem eine Runde wegen einer Operation verpassen. Er hatte verschiedene körperliche Probleme, aber das Talent ist da und das zeigte sich. Im nächsten Jahr wird er mit dem Team von Sandro Carusi erneut an der gesamten Weltmeisterschaft teilnehmen.