Nach den Siegen in Silverstone und Barcelona musste Aleix Espargaró im Rennen um die Spitze der MotoGP-Meisterschaft die Handbremse anziehen. Am Wochenende in Indien kassierte er eine schwere Doppelnull, die seine verbleibenden Hoffnungen auf die Weltmeisterschaft zunichte machte. In Japan kam er über einen Ausfall im Sprint und einen fünften Platz im Sonntagsrennen nicht hinaus. Der neue „doppelte“ Kalender kommt dem Routinier der Königsklasse, der seit den ersten Diskussionen gegen das neue Format ist, sicherlich nicht zugute.
Doppelter Stress für MotoGP-Fahrer
Im Jahr 2024 umfasst der MotoGP-Meisterschaftskalender erstmals 20 Rennwochenenden, also insgesamt 40 Rennen, mit Ausnahme der Etappe in Kasachstan, die aufgrund von Homologations- und Logistikproblemen abgesagt wurde. Zunächst zögerlich, mussten die Fahrer die Zumutung der Dorna bereitwillig hinnehmen. „Das ist der Kalender und wenn er mir nicht passt, kann ich mich entscheiden, zu Hause zu bleiben oder einen anderen Job zu machen“, kommentierte der Aprilia-Fahnenträger. „Ich würde auf jeden Fall weniger Rennen bevorzugen, ich würde es auch bevorzugen, wenn es keine Sprintrennen gäbe. Aber wenn sie 22 Grands Prix planen, müssen Sie 22 davon bestreiten„.
Unfälle nehmen zu
Der 34-jährige Katalane kritisierte offen nur einen Aspekt: eine zu kurze Sommerpause. „Sie haben uns mitten in der Saison eine Pause von vier bis fünf Wochen versprochen. Nicht wegen der Partys auf Ibiza, sondern weil an den Rennwochenenden jetzt viel los ist. Es gibt viele Verletzungen und, wie es meinem Bruder passiert ist [Pol Espargaró], Wenn Sie die Weltmeisterschaft in zwei Teile aufteilen können, um sich zu erholen und Zeit mit der Familie zu verbringen, ist das besser für Ihre mentale Verfassung. Da gerade viel Stress herrscht, ist es auch aus Sicherheitsgründen besser, den Netzstecker ziehen zu können. Drei Wochen reichen mir nicht, drei Wochen sind mir nichts„.
Tatsächlich ist die Risikorate deutlich gestiegen, wie einige schwere Verletzungen belegen, wie zum Beispiel die von Pol, Enea Bastianini, Alex Rins, Joan Mir, Marc Marquez, Luca Marini und vielen anderen. Auch Marco Bezzecchi verletzte sich kürzlich beim Training auf der Ranch. „Wenn es so viele Verletzungen gibt, gibt es einen Hauptgrund. Klar ist: Die Meisterschaft mit den neuen Regeln, dem Kalender und den Sprints… Der Stress für die Fahrer ist enorm, so weiterzumachen ist unmöglich. Aber ich bin nicht derjenige, der die Situation ändern kann„. Die Regeln müssen bereitwillig akzeptiert werden …“Wem das nicht gefällt, der kann auch zum Superbike fahren„.
Foto: Instagram @aleixespargaro