Angesichts des großen Vorsprungs wurde ein leichtes Downhill-Rennen vorhergesagt Pecco Bagnaja auf die letzte Runde des Jahres 2022. Ja, aber es war alles andere als ein einfaches Rennen. Der Ducati-Fahrer hingegen hatte vor der Zielflagge große Probleme. Ein krachender Start gegen Quartararo, mit anschließendem Kontakt, und dann Zähneknirschen bis ins Ziel. Er ließ jeden vorbei, der ihm zu nahe kam, überprüfte die Situation so gut er konnte, bevor er sich zu den Feierlichkeiten begab.
Das Gewicht der Geschichte
Sicherlich erwartete niemand einen Abgang zum Angriff. Stattdessen warf sich Pecco Bagnaia sofort nach vorne. “Er darf nichts riskieren, er wird vorsichtig sein” Marc Marquez sagte zum Beispiel nach dem Qualifying. Es war alles auf Bagnaias Seite, aber die Anspannung machte sich deutlich bemerkbar. Der erste italienische Meister nach Valentino Rossi im Jahr 2009. Die erste siegreiche dreifarbige Motorrad-Fahrer-Kombination seit der Agostini-MV Agusta-Ära (1972). Der erste Ducati-Fahrer, der seit Casey Stoner im Jahr 2007 gewonnen hat. “Ich habe dieses Gewicht auf meinen Schultern gespürt” Bagnaia gab später zu. Doch zunächst lieferte er sich auch noch ein schönes Duell mit seinem Yamaha-Rivalen. Etwas, das wahrscheinlich die ganze Ducati-Werkstatt aufschrecken ließ, besonders im Moment des Kontakts, aber nach ein paar Runden ändert sich alles. Quartararo rennt davon, Bagnaia muss sich wehren, verliert aber auch mehrere Positionen.
“Es ist ein Alptraum geworden!”
Der Piemonteser lächelt natürlich am Ende des Rennens, wenn der Titel nun ihm gehört und die Geschichte abgeschlossen ist. Aber abgesehen von einem Downhill-Wochenende ist es auch ziemlich müde. „Das war mein härtestes Rennen. Mein Ziel war es, unter die Top 5 zu kommen, aber nach 3-4 Runden fing ich an zu kämpfen. Die Front des Bikes war einfach nicht zu kontrollieren!“ Der Grund ist ganz einfach: “Ich habe im Kontakt mit Quartararo einen Flügel verloren, von diesem Moment an war es ein Albtraum.” Eine ähnliche Situation haben wir in der gerade abgelaufenen Saison bereits mehrfach erlebt. Es ist den KTM-Jungs passiert, aber es gab auch eine Episode in Ducati mit Bastianini. Sehr empfindliche Teile, die das Gleichgewicht eines Motorrads stark beeinträchtigen können.
Von Stoner bis Bagnaia
Zuvor waren bereits der Teamtitel und der Konstrukteurstitel gewonnen worden. Nur die letzte Meisterschaft fehlte, auf die Ducati seit dem fernen Jahr 2007 gewartet hatte. Von Casey Stoner bis Pecco Bagnaia, ein nicht nur Vermächtnis für die #63 in Chivasso. Der australische Meister, der dem Italiener auch als „Coach“ diente, spart am Ende des Rennens nicht mit Komplimenten, sowohl ihm als auch Fabio Quartararo gegenüber. „Diese beiden Jungs hatten eine fantastische Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch an euch beide für den harten Kampf, danke für die Show. Bravo Pecco!”
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Foto: Valter Magatti