Superbike Australien: Alvaro Bautista der Seiltänzer, ein Sprint mit Löwenherz

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Alvaro Bautista, Superbike

Alvaro Bautista fehlte das Glücksspiel, um dem wunderbaren Ducati-Abenteuer in Superbike ’22 weiteres Prestige zu verleihen. Das Schöne daran, spielen zu können, ohne sich Gedanken über das Ranking zu machen, besteht darin, seinem Talent und seiner Intuition freien Lauf zu lassen, tat der Spanier. In der Startaufstellung des Superpole Race von Phillip Island bat er darum, zwei Slicks zu montieren, ungeachtet der Wasserbäche, die immer noch die Ecken von Phillip Island durchzogen. Die Konkurrenten Jonathan Rea und Toprak Razgtalioglu gingen eher auf Nummer sicher: Regen vorn und dazwischen dazwischen. Wahnsinn gegen die Vernunft für zehn Runden am Stück.

Seiltänzer

Am Start machte Bautista den Drahtseilakt und navigierte auf Sicht zwischen den Fallstricken der Strecke. In den ersten beiden Runden sank er auf das Ende der Gruppe und sammelte zehn Sekunden Rückstand auf die beiden Führenden, begleitet von einem Alex Lowes, der in Australien wieder Fahrt aufnahm. Als die Strecke abzutrocknen begann, schaltete Bautista den Turbo ein und machte sich auf den Weg stromaufwärts. Ab der dritten der zehn Runden begann er mal 2-3 Sekunden schneller zu schleifen. Zwei Runden vor Schluss stürzte er auf Toprak und Rea und konnte sie ohne Bedenken loswerden. Der fünfzehnte Saisontriumph lag zu diesem Zeitpunkt auf Eis. „Es war einer der aufregendsten Siege seiner Karriere.“ kommentierte Alvarito an der Schwelle zu seinem 38. Geburtstag.

Noch ein Gewinnspiel

Die ständig wechselnden Wetterbedingungen des australischen Frühlings treiben die Superbike-Teams in den Wahnsinn. Ducati hat gegensätzliche Entscheidungen getroffen, wobei Michael Rinaldi zwei Regenfälle fuhr und einen Boxenstopp einlegen musste, was ihn den letzten Platz kostete. Andrea Locatelli sicherte sich mit der gleichen Wahl wie Toprak den fünften Platz. Der Bergamo-Fahrer ging Scott Redding mit der Absicht voraus, das Desaster vom Vortag abzubrechen (lesen Sie hier). Ein Sprint zum Vergessen für Axel Bassani: Platz dreizehn. Jetzt bleibt der letzte Tanz um 06 Uhr italienischer Zeit: Werden wir eine „normalere“ Herausforderung sehen als die beiden vorherigen?

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